Samstag, 14. September 2013

Von Fiktion zum Fanatiker - oder der schleichende Weg zwischen Fan und Fanatiker

Die Trilogie "Fifty shades of grey" von E.L. James hat seit seiner Ersterscheinung im Jahr 2011 für Furore gesorgt.
auch ich bin dem Hype erlegen und habe die Trilogie gelesen verschlungen...
Ich war überrascht, wer alles den ersten Band wenigsten angelesen - oder gar die gesamte Trilogie gelesen hat....
Ich liebe die Bücher - da mache ich keinen Hehl raus... ;-)

Ein "bisschen" kitschige Love-Story, die an Aschenputtel erinnert, ein klein wenig Spannung und ziemlich viel Erotik.
Shades of grey war mein erster Roman aus diesem Genre.
Literarisch ist es, wie sich wahrscheinlich fast alleinig sein werden, kein Werk, welche hoch anspruchsvoll deklariert werden kann. Aber solche Ansprüche erhebe ich auch nicht wirklich an meine "Freizeitliteratur". Ich lese zu meiner persönlichen Unterhaltung - daher muss mir in erster Linie die Geschichte gefallen. Aber, genug davon.
Ob man die Bücher jetzt gut fand oder nicht, bleibt ohnehin jedme selbst überlassen. Und "eigentlich" wollte ich hier auch gar keine Buchbewertung/Rezi oder ähnliches schreiben.
Viel mehrgeht es mir hier um den Hype rund um das Buch und die für Sommer 2014 geplante Verfilmung.
Betreffend der Verfilmung haben sich im Internet, speziell bei Facebook, ganze Gruppen von Fans - um nicht zu sagen - Fanatikern zusammen getan. Das ganze nimmt/nahm Ausmaße an, dass mir im wörtlichen Sinne, der Mund offen stehen geblieben ist.
Mal ein kurzer Auszug aus Wikipedia:
Fan:
Ein Fan ist ein Mensch, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem für ihn externen, öffentlichen, entweder personalen, kollektiven, gegenständlichen, abstrakten oder sportlichen Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Ressourcen wie Zeit und/oder Geld investiert.

Soweit, so gut. Ich würde mich, in gewissen Maßen, als Fan der FSOG-Trilogie bezeichnen. Mir hat die Geschichte gut gefallen, ich konnte damit ganz wunderbar die Realität* ausblenden und in die Fiktion** abtauchen - was für mich in gewisser Weise der Sinn des Lesens ist...

Auch habe ich, da die Bücher ja doch nicht ganz dünn sind, Zeit & Geld, da ich nur Band 1 geschenkt bekommen habe (*dumdidum* dank Audible-Gutscheinen sogar die Hörbücher *flöt*) investiert. Damit war es aber auch gut.
Klar, auch ich war gespannt, welche Schauspieler wohl die Hauptrollen spielen würden. Aber, das was  diesbezüglich im Internet abging, war echt der Hammer...
Die vornehmlich weiblichen Fans sind in regelrechte Hysterie*** verfallen. Über einige Zeit entwickelte sich ganz klare Favoriten für die Hauptrollen.
Gewünscht, gehyped und hoch gelobt waren:

Foto von nerdist.com
Matt Bomer als Christian Grey

Foto von http://cheeseonshoes.wordpress.com
Alexis Bledel als Anastasia Steele



Die Masse an Fotos, Daten, Fakten und Gerüchten rund um die beiden Promis, die in den diversen Fan-Gemeinden gepostet wurden, waren wirklich beachtlich. Es wurden ganze Trailer/Kurzfilme zusammen geschnitten und bei youtube hochgeladen.
Dann aber lies E.L.James am 02.09.2013 die Bombe platzen. Sie verkündete die Schauspieler, welche die Hauptrolle in der Realität*** spielen werden:
Foto von: http://www.thecinemasource.com
Charlie Hunnam

und


Foto von: http://www.promiflash.de
Dakota Johnson



Herr im Himmel...  Die Kommentare waren gewaltig - und ich war fassungslos!!!
Das, was dort zum Teil geschrieben wurde lies mich die Farbe wechseln, wie ein Chamäleon. Ich sag nur eins
 --> FREMDSCHÄMEN <-- in Perfektion!!!!
Das hat nichts mehr mit Fan zu tun - das ist FANATISMUS
Zu Fanatismus sagt Wikipedia folgendes:
Fanatismus:
Fanatismus (von fr: fanatique oder lat. fanaticus, göttlich inspiriert) bezeichnet man
* im engeren Sinn das Bessesnsein von einer Idee, Vorstellung oder Überzeugung ("ein fanatischer Anhänger einer Ideologie oder einer Gruppierung")
* im weiteren Sinn eine besonders hohe emotionale Wertschätzung bestimmter Tätigkeiten, Interessesgebiete (fanatischer "Motorrad-Freak" oder "Fußball-Fan") oder Objekte wie z.B. Semmelobjekte

Die, zum größten Teils, weiblichen Verehrer von FSOG in Verbindung mit Bomer/Bledel haben das Kriegsbeil ausgegraben und alles gegeben.
Ich fürchte fast, dass einige - viele - von denen völlig den Bezug zur Realität verloren haben und in der Fiktion hängen geblieben sind.
Solches "Fan-Gehabe" kannte ich bisher nur aus dem Fußball in Form von Hooligans. Zwar neigen die fanatsichern Fußball-Fans zur Gewalt, aber die Aussagen der hysterischen FSOG Hühner/Hähne war nicht minder aggressiv.
Es wurden doch tatsächlich Unterschriften-Aktionen, Anträge und was-weiß-ich-nicht-noch-was gestartet...

Meiner persönlichen Meinung nach entspricht Charlie Hunnam viel mehr dem Christian Grey, wie ich ihn mir vorgestellt habe,  als Matt Bomer. Aber, wahrscheinlich werde ich für diese Aussage auch bald an den Pranger gestellt. Aber, mal ehrlich... Matt Bomer ist ein hübscher Mann - aber sexy??? Nein, tut mir leid. Dafür ist er mir persönlich dann doch zu glatt.
Bei der Besetzung der Ana Steele wäre ich, sowohl mit dem Wunsch der Hysterie-Gang als auch mit der nun festgelegten Schauspi8elerin zufrieden.

Habt Ihr von dem Wahnsinn auch etwas mitbekommen? Habt Ihr FSOG gelesen? Werdet Ihr ins Kino gehen? Habt Ihr Interesse an einer Rezension? Ich bin sehr gespannt!

Liebe Grüße

Anke

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