Samstag, 22. März 2014

[Tutorial/DIY] Pigmente pressen

 

Wer kennt es nicht? Man hat ein paar kosmetische Pigmente gekauft – weil die Farbe ja so hübsch ist, der Effekt so toll ist….

Aber, dann… Dann verstauben die guten in ihren Döschen, im hintersten Winkel der Schminkschublade – weil sich Pigmente ja eher schwierig in der Anwendung zeigen.

Mir ging es ähnlich mit einer, wie ich feststellen musste, nicht ganz unbeachtlichen Menge von Pigmenten.

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Einen Teil der Pigmente stammen von Essence. Teilweise aus der Breaking Dawn LE – teilweise aus dem ehemaligen Standartsortiment.

Als kleiner Schwank am Rande – und als Hinweis zur Vorsicht: Die Essence-Pigmente sind in aller Regel mit einem Streueinsatz versehen. Das ist eigentlich ein toller Gedanke – allerdings nur dann, wenn man die Pigmente solo benutzen will oder nur winzige Mengen entnehmen möchte. Also dachte ich mir, ich friemel den Einsatz mal da raus… dieser sitzt jedoch bombenfest (was auch gut so ist). Nach einigem hin und her hatte ich ihn so gut wie raus – beim letzten Millimeter flutscht mir dann jedoch der Einsatz raus und das Pigment-Döschen aus der Hand…. Ich kann Euch sagen – DAS ist eine riesensauererei!!!! Ich hatte kurzerhand meinen Arbeitsplatz, meine Hose und meine Beine völlig mit Pigment eingesaut. Das Pigment hat es locker, durch den Stoffe meiner Jogginghose, bis an meine Haut geschafft. Ich habe bald mehr Zeit mit der Säuberung verbracht, als dass ich gebraucht habe, um die Pigmente zu pressen… *G*

Ein anderer Teil meiner Pigmente stammt aus der Zeit, in der ich mich am selber herstellen von Kosmetik versucht habe.

Insgesamt war ich halt auch immer zu faul, mich mit den losen Pigmenten zu schminken. Diese vernünftig aufs Gesicht zu bekommen und dabei den Fallout im Schach zu halten stellt sich mit unter ja ziemlich schwierig dar. Also habe ich mich mal hingesetzt und einen Teil meiner Pigmente gepresst.

Dazu habe ich mal versucht ein kleines Tutorial zu erstellen:

Zunächst benötigt man Pigmente, ein Medium zum Mischen, Pfännchen oder ähnliche Gefäße, worein man die Pigmente pressen möchte und ein „Werkzeug“ mit dem man das ganze bewerkstelligt. Optimal sogar noch eine Leerpalette, worin man das fertige Werk verstaut.

Als weitere Hilfsmittel sollte man (reichlich) Küchenkrepp oder Kosmetiktücher oder ähnliches bereithalten. Zudem noch ein Gefäß, in dem man Pigment und Medium zusammenrühren kann, ein „Rührgerät“ und einen Spatel, kleinen Löffel oder so, damit man das fertige Gemisch dann auch ins Pfännchen bekommt.

Als Medium zum Mischen habe ich das Easy Press Bindemittel von Kosmetik Kosmo verwendet. Dort habe ich ebenfalls Pfännchen und Palette erworben. Bei der lieben Koko kann man sogar ein Komplettset zum Pigmente pressen kaufen à schaust Du hier. Für das gesamte Set, bestehend aus Bindemittel, 12 Metallpfännchen und der passenden 12er Leerpalette habe ich 18,99 € bezahlt.

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Das Bindemittel bekommt man auch separat hier zum Preis von 9,99 €

Ein 12er Set Pfännchen bekommt man hier zum Preis von 3,99 €

Die 12er Leerpalette bekommt man hier zum Preis von 9,99 €. Es handelt sich hierbei, ebenso wie bei dem Set, um eine magnetische Leerpalette. Wie wir alle nachrechnen können, habe ich im Set 4,98 € zum Einzelkauf gespart.

Zum Pressen selbst habe ich eine Art Schraubzwinge benutzt. Diese habe ich im französischen Onlineshop aroma-zone.com bestellt. Dies ist jedoch bereits einige Monde her. (aktuell noch im Verkauf für 4,90 €)

Bevor Ihr anfangt: Bittet achtet auf Sauberkeit und Hygiene!!!!

Händewaschen, saubere Utensilien sollten Grundvoraussetzung sein!

Schließlich bearbeiten wir ein Produkt, welches i.d.R. auf die Augen aufgetragen wird. Und gerade die dünne Augenpartie ist bei den allermeisten Menschen hoch empfindlich.

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Ich bin vielleicht ein bisschen paranoid oder übervorsichtig – aber ich habe sowohl meine Gerätschaften, die ich benutzt habe, sowie meine Arbeitsfläche vor Beginn desinfiziert.

Starten wir nun aber mit dem eigentlichen Pressen:

Ich habe etwas Pigment genommen und in meinen „Mischbehälter“ gefüllt. Im Anschluss daran habe ich, wie von Kosmetik-Kosmo empfohlen etwa 10-12 Tropfen des Bindemittels hinzugefügt und alles vorsichtig miteinander vermengt, bis ich in etwa eine Konsistenz hatte, die an Mürbeteig erinnert. Wenn es zu feucht ist, einfach etwas Pigment hinzufügen – zu trocken, einfach vorsichtig, tropfenweise Bindemittel hinzufügen. Wie viel Pigment ihr jetzt genau braucht, kann ich Euch leider nicht verraten. Denn zum einen ist dies vom Pigment abhängig und zum anderen, von der Größe der Pfännchen, die ihr damit befüllen wollt.

 

Bei Pigmenten sollte man grundsätzlich vorsichtig vorgehen. Zum einen, weil es eine riesengroße Schweinerei ist, wenn man matscht ( s.o.), zum anderen kann man beispielsweise Schimmerpartikel, die in Pigmenten enthalten sein können, bei zu großem Druck zerstören.

Wenn man mit Menge und Konsistenz zufrieden ist, wird die Masse in das Pfännchen umgefüllt. Es sollte ruhig ein kleines (wirklich kleines!) bisschen mehr eingefüllt werden, als augenscheinlich hinein passt – denn der ganze Spaß wird ja noch gepresst.

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Auf die Pigmentmasse legt man ein Stück Küchenkrepp, Kosmetiktuch oder ähnliches. Dann sucht Euch einen Gegenstand, der so groß ist, wie das Pfännchen. In den meisten Fällen bieten sich Geldstücke (1,- oder 2,- €) an. Diesen Gegenstand legt ihr dann mittig auf die Pigmentmischung im Pfännchen. Dann heißt es – pressen – aber mit Schmackes…. ;-) Also nicht mit Schwung, sondern gleichmäßig – dafür aber kräftig. Haltet, wenn möglich, den Druck eine Weile aufrecht! Wer faul ist, wie ich – nimmt sich ein Hilfsmittel. Ich habe hierfür meine „kosmetische Schraubzwinge“ genutzt. Sicherlich lassen sich aber auch andere Dinge zweckentfremden.

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Nach dem eigentlichen Pressen, nehmt ihr das (optional) Geldstück herunter und entfernt vorsichtig das Küchenkrepp/Kosmetiktuch und legt den fertigen, gepressten Lidschatten, zur Seite. Dieser sollte nach Möglichkeit so lange in Ruhe irgendwo liegen bleiben, bis er komplett durchgetrocknet ist.

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hier mal mit Muster Zwinkerndes Smiley

Wenn Euch eine ebene, glatte Oberfläche zu langweilig ist, könnt ihr natürlich auch andere Materialien vor dem Pressen auf die Oberfläche legen. Ich habe hier mal ein anderes Tuch (Taschentuch ?) mit Prägung genutzt. Anbieten würden sich hier die geprägten Ränder von Taschentücher, dünne Stoffe, wie Organza oder so. Ich habe diesbezüglich noch nicht all zu viel probiert. Wenn Ihr genügend Druck aufbaut, findet ihr diese Prägung in der Oberfläche Eurer fertigen Lidschatten wieder. Mir ist dies jedoch zum einen nicht wichtig – zum anderen ist es müßig, da man diese Oberflächenprägung ohnehin relativ schnell abgenutzt hat.

 

Wenn der Lidschatten fertig durchgetrocknet ist, kann er umziehen, in sein endgültiges Domizil (bei mir: Lidschattenpalette). Vergesst aber nicht Euch die Namen der Lidschatten zu notieren ;-)

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Mit dieser Methode habt ihr natürlich auch die Möglichkeit, auch völlig neue Lidschattenvariationen zu kreieren, in dem ihr verschiedene Pigmente mischt, bevor ihr das Bindemittel hinzufügt.

Hier seht ihr meine fertigen Werke (die zweite Palette stammt aus einem anderen Onlineshop, den ich Euch demnächst noch vorstellen werde):

Ich hoffe, Euch hat mein Tutorial gefallen.

Habt Ihr schon einmal Pigmente gepresst? Wie gefallen Euch Pigmente an sich?

Kommentare:

  1. Sehr schöne Anleitung. Mir ist das ganze nur generell etwas zu umständlich. Benutze Pigmente Pur, oder in Nagel Gel,

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    1. Hallo Janine,
      wie benutzt Du denn Pigmente Nagel-Gel? Machst Du selber Gel-Nägel?
      LG
      Anke

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  2. Tolles Tutorial! Ich habe früher schon immer gerne Pigmente gepresst - kaufe aber mittlerweile gar nicht mehr viele, da ich sie viel zu selten aufbrauchen. An sich gefallen mir Pigmente und deren Effekte schon gut, aber wie gesagt, meistens ist es viel zu viel für eine Person!

    Alles Liebe =)

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    1. Hallo Sandri,
      ja ich kaufe auch keine Pigmente mehr - habe noch immer nicht alle gepresst ;-) Muss erst mal das aufbrauchen, was ich da habe - aber ich glaube, dafür muss ich 112 Jahre alt werden O:-)
      LG
      Anke

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  3. Wow, das ist ja eine tolle Idee - vor allem, da man sich selbst neue Variationen mischen kann! Klasse!
    (Das mit dem Öffnen des Behälters und alles im Raum verteilen, hätte ch bestimmt auch geschafft ;) )
    Big Hug
    Hella

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