Mittwoch, 21. Januar 2015

[DIY] Pinselreiniger



Wer kennt es nicht... Heute ein sattes buntes Augenmakeup geschminkt, morgen soll es lieber nude sein... Aber der absolute Lieblingspinsel ist knallbunt?

Seit des auch bei dm auch einen erschwinglichen Pinselreiniger von Eblin gibt, kann man ja schnell mal zwischendurch reinigen....



Da ich den o.g. Eblin Pinselreiniger noch nicht selber getestet habe, jedoch auf einigen Blogs bereits reviews gelesen habe, habe ich mir Gedanken gemacht, ob man es nicht selber machen kann....

Zunächst habe ich mir via Codecheck mal nachgesehen, was denn in den üblichen Pinselreinigern zum sprühen so enthalten ist. Viele Inhaltsstoffe kamen mir übertrieben und unnötig vor - denn - wir wollen doch mit diesem Produkt eine kurzfristige Pinselreinigung erreichen und uns den Reiniger nicht als Pflege ins Gesicht pappen, oder?
Gelistet waren Zusätze wie Kamille (beruhigend) über Panthenol (pflegend) bis hin zu Lavendel (beruhigend, desinfizierend). Allerdings wage ich leise Zweifel anzuwenden, dass ein Pinsel dies alles braucht. Denn i.d.R. ist der Pinsel so gut wie trocken, wenn er mit der Haut in Beruhigung kommt - daher fraglich ob und ggf. wie viel davon dann noch an die Haut kommt.

Aber, zurück zu meinem eigentlichen Plan - Pinselreiniger selber, einfach herstellen. Es geht - gar nicht schwer... ;-)

Was man dafür braucht:



Eine Übersicht alle benötigten Zutaten und Gegenstände



Desinfektion

Ganz wichtig - Sauberkeit und Hygiene!!!
Wie schon in diversen Reviews gelesen, taugen die Pinselreiniger zumeist "nur" für Augenpinsel bzw. Lidschattenpinsel. Bei Foundationpinsel hilft nur die richtige Reinigung.
Da man mit den Pinsel an den wirklich empfindlichen Augen rumhantiert, sollte man natürlich ganz extrem penibel und sorgfältig auf Sauberkeit und Hygiene achten. Daher ist es für mich selbstverständlich, dass ich sowohl meine Utensilien, als auch Arbeitsflächen und Hände desinfiziere. So kann man Reizungen der empfindlichen Augenpartie verringern.
Als Hardware benötigt man ein Gefäß, in dem alles gemischt wird, ggf. einen Trichter, der das Umfüllen erleichtert und eine Sprühflasche.
Die Hardware sollte natürlich so sauber wie möglich sein. Unempfindliche Gegenstände kann man hierfür im Backofen sterilisieren.





Eine (Fein)Waage um die einzelnen Zutaten abzumessen. Je feiner die Waage misst, desto kleinere Mengen kann man herstellen. Da man mitunter nur sehr wenig Produkt benötigt, ist eine Fein-/Briefwaage letztendlich einfacher in der Verwendung.




Ein Gefäß zum Vermischen der Zutaten. Ich nutze dafür gerne Bechergläser. Da in diesem Fall eine Erhitzung nicht unbedingt notwendig ist, reicht auch jedes x- beliebige einfache, saubere Gefäß.
Bechergläser haben natürlich den Vorteil, dass sie über eine Skalierung verfügung, stabil sind und sich bei hohen Temperaturen als recht unempfindlich erweisen. Außerdem verfügen die meisten noch über eine Schütte, die das umfüllen erleichtert.

Die Zutaten:


Bevor ich zu den von mir verwendeten Zutaten kommen, möchte ich kurz zusammen fassen, was meine (nicht vollständige) Recherche für mich persönlich heraus gestellt hat.
In allen Reinigern waren Wasser, ein Tensid, Alkohol enthalten.
Zusätzlich waren je nach Produkt noch weitere Bestandteile enthalten, wie Konservierungsmittel, Duft- und Farbstoffe, pflegende Zusatzstoffe, Emulgatoren und weitere Sachen, die für mich nicht einleuchtend waren.
Bei einigen Zusatzstoffen habe ich mir meine Gedanken gemacht, ob es wohl zur Beduftung oder als Wirkstoff gemeint/eingesetzt ist. Es gibt tolle Zusätze, wie Panthenol, die gut für die Haut sind - aber mal ehrlich? In einem Reiniger???? Panthenol gehört für mich in ein Pflegeprodukt.



Ein Tensid.

Tenside sind Grundlage von Reinigungsmitteln. Es gibt diverse verschiedene, die mehr oder weniger stark in der Reinigungsleistung sind. Ich habe das Tensid Plantapon SF benutzt. Dies ist eine Tensidmischung aus verschiedenen Einzeltensiden. Zusätzlich ist noch Glycerin enthalten. Nähere Informationen zu diesem Produkt erhaltet ihr im Onlineshop von behawe. Dort habe ich es auch bestellt.

Wasser/flüssige Phase

Da vorhanden, habe ich ein Bio Hydrolat aus römischer Kamille genommen. Schaden kann es wohl nicht, ob es nutzt, sei dahin gestellt. Es muss aufgebraucht werden - so einfach meine Wahl. Wer keine Hydrolate besitzt, sollte destiliertes Wasser nehmen. Bekommt man fast in jedem Discounter. Destilliertes Wasser, da es weniger keimanfällig ist.


Alkohol/Konservierung

Hier habe ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ich nutze den Alkohol um die gesamte Mischung zum einen zu konservieren zum anderen, in der von mir genutzten Konzentration, wirkt es gleich desinfizierend. Isopropyl-Alkohol ist vielleicht nicht der beste Alkohol, den man nehmen kann. Allerdings ist der Alkoholgehalt hoch genug, um nicht Unmengen zu benötigen und günstig in der Apotheke zu bekommen. Bessere Wahl wäre wahrscheinlich reiner Weingeist - der ist aber schweineteuer. Wer nicht extra in die Apotheke laufen möchte, kann natürlich auch Vodka oder anderen hochprozentigen Alkohol aus der Hausbar, sofern vorhanden, nehmen.


optional: Wirkstoff/Duftstoff

Dies hier ist optional. Kein Muss. Ein Duftöl, damit man ggf. den Alkohlgeruch überdecken kann - oder ein ätherisches Öl. Je nach Belieben. Man kann es aber auch komplett weg lassen. Man sollte aber beachten, dass man ein Öl nimmt, welches aus einer seriösen Quelle stammt. Denn wenn das ganze auch nur minimal zugesetzt wird - es kommt mit der Gesichtshaut in Berührung.... Billiges Duftöl kann zu Hautirritationen führen - denn kein Schwein weiß, was drin ist.
Bei ätherischen Ölen ist es noch wichtiger, ganz, ganz, ganz sparsam zu dosieren. Diese reizen die Haut durch den hohen Reinheitsgrad sehr schnell. Bei ätherischen Ölen kann man allerdings noch einen gewissen Wirkstoff-Grad haben.
Ich habe mich für Rosmarinöl entschieden, da diesem desinfizierende Eigenschaften nachgesagt werden und ich den Geruch sehr gerne mag.


Wie es geht - do it yourself



Als erstes wird die Wasserphase abgemessen. Das ganze wird dann erhitzt - bei destilliertem Wasser aufgekocht.

Anschließend das Tensid hinzufügen.
Bitte beachten:
Einige Waagen sind sehr empfindlich was Hitze betrifft. Hier könnte es helfen, einen Untersetzer zwischen Glas und Waage zu legen. (Tara-Funktion nicht vergessen)

Je nach Tensid ist das ganze von der Konsistenz irgendwo zwischen Wasser und Honig. Da man verhältnismäßig wenig benötigt, ist es ratsam, nicht direkt aus der Flasche ins Glas zu schütten.




Als letzter Bestandteil wird der Alkohol hinzugefügt. Hier sollte man darauf achten, dass die Wasserphase nicht mehr zu heiß ist, da sonst der Alkohol verdampft und wir weder eine konservierende noch eine desinfizierende Eigenschaft haben.

Umrühren, beduften, umfüllen fertig!

Mein Rezept in Zahlen:

38,2 g Hydrolat
 3,3 g Tensid  
58,8 g Alkohol 
ca. 3 Tr. ätherisches Öl

Auf Olionatura findet ihr ganz viel tolles Basiswissen zur Kosmetikherstellung. Unter anderem auch einen Tesidrechner und Konservierungsrechner.

Wie gefällt Euch die Idee und mein kleines DIY?

Kommentare:

  1. Wow! Das ist ein interessanter und toller Post!

    Danke Dir für die Idee und die Beschreibung!!!

    xoxo Jacqueline
    www.hokis1981.blogspot.com

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  2. danke für den tollen tipp!
    liebe gruesse!

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